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Der Bundesgerichtshof verhandelt über Rückerstattung von Verlusten aus nicht lizenzierten Online-Casinos

Geschrieben von Petra Becker · 17.9.2026

Der Bundesgerichtshof verhandelt über Rückerstattung von Verlusten aus nicht lizenzierten Online-Casinos

Bundesgerichtshof Verhandlung zu Glücksspielverlusten in Deutschland

Am 17. September 2026 verhandelte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe Argumente in einem wegweisenden Verfahren mit dem Aktenzeichen I ZR 216/25, das klärt ob Spieler Verluste aus Online-Casino-Angeboten ohne deutsche Lizenz zurückfordern können und zwar sowohl vor als auch kurz nach den regulatorischen Änderungen im Juli 2021, während das konkrete Verfahren einen Betrag von rund 10.000 Euro betrifft den ein Spieler von Tipico Games einfordert.

Hintergründe des Verfahrens vor dem BGH

Das Verfahren erreichte den Bundesgerichtshof nachdem niedrigere Instanzen unterschiedliche Entscheidungen getroffen hatten und Beobachter stellen fest dass die Klage auf die rechtliche Lage vor und unmittelbar nach Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags abzielt; Experten aus der Rechtswissenschaft betonen dass der Fall als Musterprozess gilt und daher weitreichende Auswirkungen auf ähnliche Forderungen erwarten lässt während die Richter den Prozess zuvor ausgesetzt hatten um eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs abzuwarten.

Die Europäische Kommission und nationale Aufsichtsbehörden hatten bereits in früheren Stellungnahmen auf die Notwendigkeit eines einheitlichen Rahmens hingewiesen und Daten der Europäischen Kommission zeigen dass grenzüberschreitende Glücksspielangebote in der EU seit 2021 stärker reguliert werden; Forscher an Universitäten in mehreren Mitgliedstaaten fanden heraus dass die Zahl der Rückforderungsklagen in Deutschland seit 2022 deutlich gestiegen ist.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom April 2026

Der Europäische Gerichtshof entschied im April 2026 dass nationale Verbote und Rückerstattungsansprüche nicht gegen EU-Recht verstoßen und dieses Urteil bildete die Grundlage für die Fortsetzung des deutschen Verfahrens; Vertreter der Bundesregierung und der Länderaufsichten begrüßten die Klarstellung während Anwälte der Klägerseite auf die Bestätigung ihrer Argumente verwiesen.

Die Entscheidung des EuGH stützte sich auf umfangreiche Vorarbeiten der Generalanwältin und vergleichbare Fälle aus anderen Mitgliedstaaten wobei Daten der Europäischen Kommission belegen dass illegale Angebote trotz regulatorischer Anpassungen weiterhin existieren und Spielerverluste in erheblichem Umfang verursachen; Beobachter in Brüssel und Luxemburg stellen fest dass das Urteil den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei der Durchsetzung nationaler Schutzstandards gibt.

EuGH und BGH Entscheidungen zu Online-Glücksspiel in Europa

Argumente der Parteien und aktuelle Verhandlung

Die Klägerseite argumentiert dass Anbieter ohne deutsche Lizenz gegen geltendes Recht verstoßen haben und daher Verluste erstatten müssen während Tipico Games auf die seinerzeitige Rechtsunsicherheit und europarechtliche Zulässigkeit verweist; Anwälte beider Seiten legten umfangreiche Schriftsätze vor und die Richter stellten gezielte Fragen zur Auslegung des Glücksspielstaatsvertrags sowie zur Anwendbarkeit des EuGH-Urteils.

Vertreter der Deutschen Zentrum für Glücksspielsucht und ähnlicher Forschungseinrichtungen lieferten Gutachten die statistische Zusammenhänge zwischen unregulierten Angeboten und finanziellen Belastungen für Spieler aufzeigen und diese Unterlagen flossen in die Verhandlung ein; Die Verfahrensbeteiligten erwarten eine Grundsatzentscheidung die voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 verkündet wird.

Mögliche Auswirkungen auf weitere Verfahren

Sollte der Bundesgerichtshof den Rückforderungsanspruch bestätigen könnten zahlreiche ähnliche Klagen in ganz Deutschland Zulassung finden und Anbieter müssten mit erheblichen finanziellen Belastungen rechnen; Umgekehrt könnte eine Ablehnung die Position der Betreiber stärken und weitere Prozesse erschweren während Behörden in anderen Bundesländern bereits entsprechende Verfahren beobachten.

Die GGL als zuständige Aufsichtsbehörde hat in früheren Berichten auf die Notwendigkeit klarer rechtlicher Vorgaben hingewiesen und verfolgt derzeit mehrere Verfahren gegen nicht lizenzierte Plattformen; Experten aus der akademischen Forschung betonen dass die Entscheidung des BGH auch Ausstrahlungswirkung auf Nachbarstaaten haben könnte wo vergleichbare Regelungen diskutiert werden.

Schlussfolgerung

Das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof stellt einen wichtigen Schritt in der Klärung der Rechtslage zu Rückerstattungsansprüchen bei illegalem Online-Glücksspiel dar und die Entscheidung wird mit Spannung erwartet von allen Beteiligten in der Branche sowie von betroffenen Spielern; Weitere Informationen finden sich in Berichten von Die Zeit und FAZ die den Verlauf der Verhandlung dokumentieren.